Pflichtprogramm

Studieninhalte

Das erste bis dritte Semester: Pflichtprogramm

Das Pflichtprogramm des Studiums der Informationswissenschaft zum Bachelor of Science findet in den Semestern 1 bis 3 statt.

Was verbirgt sich hinter den Begriffen? Hier geben wir einige Erläuterungen zu ausgewählten Themen:

Wordle Pflichtprogramm

Information Broking beschäftigt sich mit der Vermittlung von Wissen. Genau genommen beschreibt es einen Prozess, der damit anfängt, dass ein Information Broker sicherstellt, die Fragestellung richtig verstanden zu haben, über die Auswahl der Quellen, die Bestimmung der Recherchestrategie, die Durchführung der Recherche, Aufbereitung der Treffer und der beendet wird mit der zielgruppenspezifischen Aufbereitung der Ergebnisse und deren Übergabe bzw. Präsentation. Die wichtigen Instrumente sind dabei das Requirements Management, die Recherchelogik und -strategien, die Daten- und Informationsqualität, die Metadaten, die Abfragesprachen, Kenntnisse über den Informationsmarkt, Aspekte der Usability, Verhalten von Rezipienten und vieles mehr.

Semantik ist die Wissenschaft vom Wesen des Seins, man könnte auch vereinfacht sagen über die Darstellung und Interpretation von Inhalten. Semantik, wie sie im Pflichtprogramm gelehrt wird, umfasst die Darstellung der Bedeutung von Begriffen und Zusammenhängen, also „Syntax und Verfahren angewendet auf Inhalte“. Dazu gehören Modelle und Instrumente über kontrollierte Vokabulare, Metadaten und Metadatenstandards, Klassifikationen, Thesauri, Topic Maps, Ontologien, semantische Netze, Linked Data, automatisches Text-Mining und vieles mehr. Semantik im Sinne der Interpretation von Begriffen und Zusammenhängen wird im Wahlpflichtbereich ab Semester 4 auf Basis der Pflichtveranstaltungen durch die Anwendung in konkreten Kontexten, wie Wirtschaft, Medien oder Bibliothek vermittelt.

Wissensrepräsentation systematisiert Daten, Informationen und Wissen. Es beschreibt den Prozess von der Analyse über das Design bis hin zur Implementierung von Datenmodellen. Diese Datenmodelle beziehen sich auf stark strukturierte Daten, wie sie in relationalen Datenbankanwendungen auftreten, bis hin zu schwach oder gar nicht strukturierten Daten und „Rich Data“, wie z. B. Video- und Filmmaterial. Darüber hinaus werden deren Beziehungen auf Grundlage strukturierter Datenbestände (Graphen, Netze), entsprechender Formate (z. B. RDF) und Werkzeuge (z. B. SPARQL) modelliert, analysiert und angewendet. Das in diesem Rahmen zu behandelnde Information Retrieval beschäftigt sich u. a. mit kognitiven Modellen, Informationsbedarfs-, Nutzungs- und Nutzeranalysen, Pull- und Pushdiensten, Informationsbarrieren, Recall und Precision sowie Relevanz(messung).

Entwicklung heißt im Kontext der Informationswissenschaft, dass man nicht nur Modelle erstellen kann, sondern auch das darauf beruhende und dazugehörige Anwendungssystem. Hier geht es um die Programmierung, genauer gesagt das Skripting von Demonstratoren, die zeigen und beweisen, wie etwas in der Anwendung funktioniert. Werkzeuge, die hier Anwendung finden, sind relationale Datenbanksysteme (z. B. MySQL), Web-Server (z. B. Apache), Sprachen (z. B. XHTML, css, php, Javascript, Python, Ruby, (embedded) SQL, SPARQL). und für die Analyse, das Design, die Produktion und die Steuerung: Analyse- und Designmodelle für Datenstrukturen und Prozesse bzw. Workflows, Interfacemodelle, Objektmodelle und Bibliotheken, Testmodelle und -verfahren, Usabilityprüfverfahren und -richtlinien.

Ein Schwerpunkt der ersten drei Semester ist die Qualifizierung in Informatik (Systementwicklung, Webdesign) und Wissensrepräsentation (Daten- und Wissenssystemmodellierung). Die Vermaschung der Veranstaltungen führt zum gewünschten Ergebnis:

Schema bachelorstudiengang

Im Studium

Der Mentoringprozess

Studienanfänger bekommen in der Einführungswoche einen Mentor aus der Gruppe der hauptamtlichen Professoren zugeteilt. Dieser Mentor bespricht mit den Studierenden Fragen der Studiengestaltung, des Informationswissenschaftlichen Kolloquiums, Spezialisierungsentscheidungen, individuelle Prüfungsplanung und -vorbereitung und vieles mehr. Das Angebot sollte mindestens semesterweise genutzt werden, ist aber freiwillig. Studierende können zudem die Zuordnung zu einem anderen Mentor als dem schematisch zugewiesenen verlangen.

Das Informationswissenschaftliche Kolloquium

Das Informationswissenschaftliche Kolloquium gibt Dir Freiheiten. Du besuchst während Deines Studiums eine Reihe von Messen und Kongressen und schreibst über die dort diskutierten Themen vor dem sechsten Semester eine wissenschaftliche Ausarbeitung, die im Rahmen des IW-Jour-Fix präsentiert wird.
Das Modul ist laut Studienordnung im dritten Semester vorgesehen, hat aber keine Präsenzveranstaltung. Du wirst hier von ihrem Mentor betreut, der auch die Termine mit Dir abstimmt.